Leben auf Asphalt und Staub

(Wie ich zum Fahrradfahren kam)

Vorgeschichte

Schon als kleiner Junge, im Alter von fünf oder sechs Jahren, fand ich Rennradfahren faszinierend, ich sah Olaf Ludwig im TV und die Bilder zogen mich in ihren Bann. Mein Wunsch zu dieser Zeit war, mit dem Fahrrad die gesamte Küste von Europa abzufahren oder das was ich mir mit meinem Wissenshorizont darunter vorstellte. In meinem Kopf stand fest, dass man nicht einfach einen Strand oder gar das Meer absperren könne. Von der nicht vorhandenen Reisefreiheit der Bürger der DDR wusste ich zu diesem Zeitpunkt gar nichts. Ein Albtraum begleitete mich jedoch immer wieder: dass ich mit meinem Fahrrad die Brücke zwischen Usedom und Wolgast herunterfalle und sterbe. In dieser Zeit lag ich häufiger im Krankenhaus, weil mit meiner Verdauung etwas nicht stimmte (was sich bis zum heutigen Tag nicht geändert hat) und musste dort viele Untersuchungen über mich ergehen lassen. Einige Krankenschwestern waren nicht sonderlich zimperlich. Als die Diagnose Zöliakie feststand, wurde die Ernährung umgestellt. Dann kam die Wende. Meine Eltern trennten sich, für meine Schwester, meine Mutter und mich ging es gen Westen, an die Nordsee. Dort gab es auch Fahrräder, wir sind mit Freunden die Straße rauf und runter gefahren. Mal so schnell die Beine treten konnten, mal recht langsam. Selbst das BMX haben wir ausprobiert, haben uns Rampen gebaut und Springen geübt. Fahrradtouren gab es im familiären Rahmen, auch wenn der nicht der beste war. Das Fahrrad war hier und da auch nur Mittel zum Zweck, um zum Tennistraining zu kommen oder zur Schule.

Irgendwo dazwischen

1999 ging es für uns drei nach Cottbus, da meine Mutter hier eine Arbeit gefunden hatte. Ich hatte ein paar Freunde, es gab ein paar kleinere Radtouren, wobei eine Strecke um die 80km mich schon auf eine Probe stellten. Das Material war auch nicht optimal, aber es war faszinierend, die Stadt hinter sich zu lassen, mit Freunden in die Pedale zu treten und zu gucken, wo man landet. Als meine Ausbildung 2005 begann, war das Fahrrad die einzige Möglichkeit, um zur Arbeit zu kommen und um die Freundin zu besuchen, auch wenn man mit dem Zug erst noch 60 Minuten durch die Brandenburgische und Sächsische Wildnis fahren musste. Nachdem die erste Firma pleite ging und ich eigentlich fast alles schief ging, bekam ich viel Unterstützung durch meinen besten Freund aus Schulzeiten. Wir besuchten Konzerte ohne Ende und machten ein paar, für unsere Verhältnisse, verrückte Sachen. Immer wieder kam auch das Thema Radtour zu sprechen, da er mit einem anderen Freund aus der Schule schon einige Touren unternommen hatte. Ich war fasziniert von den Geschichten, von den Eindrücken und den Erlebnissen und war immer wieder traurig, dass mir die Zeit fehlte, weil ich in der Ausbildung nicht mal eben drei Wochen frei machen konnte. So blieb der Traum von einer erlebnisreichen Radtour zunächst unerfüllt. Im Winter 2008 brachte ich mir, nachdem ich über das Internet einige Snowboardfilme und Veranstaltungen dieser Art gesehen hatte, das „Brettln“ selber bei, nach und nach bekam ich selbst dann irgendwann die Kurven hin und saß nicht mehr so oft im Schnee. 2009 kam dann die „große Tour“ mit dem Rad, ich wurde gefragt, ob ich nicht mit dem Rad von Berlin nach Usedom fahren würde wollen. Da ich nun Student war und die Semesterferien lang, ging es dann im Sommer los, gen Heimatinsel.

Zwischen Berlin und Usedom
Zwischen Berlin und Usedom

Auf der Fahrt selbst gab es ein paar kleinere Problemchen: mal spielte das Wetter nicht ganz mit, mal war die Navigation nicht das Gelbe vom Ei. Auch mein Drahtesel (eine Baumarktschlampe, salopp formuliert) hatte einmal zicken müssen. Nachdem das Gröbste überstanden war, der iPod-Akku noch voll und man mit der Zeit alles besprochen war, was man besprochen hatte, war man mit einem Mal im Hier und Jetzt. Man nahm die Umgebung wahr, ließ es laufen. Natürlich musste man auch kämpfen, die Uckermark ist nicht flach und wenn man gen Küste fährt, hat man meist Gegen- oder zumindest Seitenwind. Dennoch machte es Spaß, das Erlebnis und die Erkenntnis, man schläft nie ein zweites Mal am gleichen Ort. Da der Kopf leer war, huschten ab und an ungefiltert Geistesblitze umher, ab und an auch unangenehme. Dadurch, dass dieser Gedanke aber nur Temporär war und mir dennoch nichts anhaben konnte, begriff ich diese Tour als eine Form der Katharsis. Auf dieser Fahrradtour gab es einmalige Eindrücke, die sich tief in meinen Gedanken verankert haben, der beste ist der Sonnenaufgang an der Ostsee.

Sonnenaufgang an der Ostsee
Sonnenaufgang an der Ostsee

Zu meinen Praktikumszeiten in München hatte ich zum Glück auch ein Fahrrad, da der ÖPNV dort verboten teuer ist.

Einem geschenkten Gaul...
Einem geschenkten Gaul…

Umso schlimmer war der Lenkerbruch und die einmonatige Bleibe im Speckgürtel von München. Es war ein erhabenes Gefühl, wieder mit dem Rad von der Arbeit heimfahren zu können. Die letzte Unterkunft war das beste, was mir in dieser Stadt hätte passieren können. Die Freiheit, die bayerische Landeshauptstadt so zu erkunden wie ich es wollte, an der Isar gen Süden zu den Bergen radeln (ohne Gangschaltung) und Sonnenuntergänge auf dem Olympiaberg bestaunen zu können, versüßte die Zeit sehr und machte mir die Stadt schmackhafter, als ich sie zu anfangs wahrgenommen hatte.

Sonnenuntergang auf dem Olympiaberg
Sonnenuntergang auf dem Olympiaberg

Zurück in Cottbus gab es nicht mehr viel Zeit für das Radeln, Geld musste für den Lebensunterhalt herangeschafft werden, ich war Animateur, Pizzafahrer und Student. Das Fahrrad blieb Verkehrsmittel Nummer eins, bis zum Diebstahl des Drahtesels, der mich von Berlin bis nach Usedom gebracht hatte. Schade. Ein paar Monate später stand ein neuer da, ein Hybrid aus MTB und Rennrad, auf 26 Zoll. Er fuhr sich bockhart, fühlte sich schnell an, nur das Gelände mochte er nicht. In schwierigeren Zeiten versuchte ich erneut die Katharsis zu finden, die zu Anfangs nicht glücken wollte, weil die Touren zu kurz und die Last auf dem Kreuz zu groß war. Aber ein paar Touren, mit Erkundungen links und rechts des Pfades gab es schon.

Im Hier und Jetzt

2014 (hat vielleicht nicht viel mit dem Jetzt zu tun) gab es nicht nur die WM für einige der Leser hier. Für mich war es unwichtig, dass immer wieder 22 Männer einen Ball traten, da ich eine Freundin hatte. Mein Fahrrad wurde derweil erneut gestohlen, aus einer abgeschlossenen Tiefgarage. Die damalige Freundin trennte sich von mir genau nach dem WM-Finale und hinterließ ein Loch. Da ich mit Hannes öfters über meine Touren mit dem Hybriden gesprochen hatte, dachte er wohl, dass es gescheit wäre mit mir auf seinem MTB, einem Ghost AMR 7500, nach Bärenbrück zu fahren. Vielleicht sah er, dass ich mich freute, für mich war es der Augenblick, ab dem klar war, dass ich wieder aufs Rad musste. Im Herbst habe ich mir dann das erste Rennrad, einen alten Stahlrenner aus den 90ern, gekauft. Die ersten paar Tritte waren, als wenn das Ding fliegen würde. Ein paar Tage später musste ich mich dennoch in Demut üben, ein Schnitt von unter 30km/h fühlte sich nicht so toll an, zumal ich am Ende war. Aber ich hatte Blut geleckt. Ein eigenes Kit hatte ich noch nicht, aber mir wurden immer mehr Strecken gezeigt, wo man lang konnte, meine erste Hausrunde misst 44km. Im April 2015 musste ich mich dann nochmals in Demut üben, denn da stand die erste große Fahrt an.

Berlin -> CB 1st try
Berlin -> CB 1st try

Von Berlin nach Cottbus, an einem Tag, dazu unter Zeitdruck. Ein wenig Kondition konnte ich bereits aufbauen, doch auch hier zeigte sich, dass ich nicht so fit war, wie meine Mitfahrer, Hannes und Julia. Dennoch ging mir vor den Toren Cottbus ein Schauer über den Rücken, da mich die Erkenntnis ereilte, dass ich es geschafft hatte. „Ich habe mit meiner Muskelkraft das Fahrrad und mich bis hierher bewegt. Das war ich.“ Ein paar Monate später wiederholte sich das Spiel, ein gebrauchter Renner wurde in Berlin erworben und auch hier hieß es: „Von Berlin nach Cottbus? Nur mit eigener Muskelkraft.“ Und wieder war ich nicht so fit wie erhofft, zwar fitter, als das die Tour davor, aber es fehlte noch einiges. (Und man sollte nicht zu früh seine Körner verschießen.) Die Woche darauf ging es zur ersten RTF meines Lebens, die mit einem Speichenbruch endete. Durch ein paar andere kleinere Malheure (Stürze mit eingeklickten Füßen, Reifenpannen)hatte ich das Gefühl, mit diesem Rad nirgends anzukommen, ohne das was passiert.

Kleine Tagebaurunde, immer wieder
Kleine Tagebaurunde, immer wieder

Mit Zeit schwand der Gedanke und ich hatte einen kleinen Trainingsplan aufgestellt, an den ich mich mal mehr, mal weniger eisern hielt. Hin und wieder gab es den Satz „Du wirst dich doch jetzt nicht noch aufs Rad setzen. Es ist dunkel und es regnet“.  

Was den Staub anbelangt. Nun, es gab da die Option im Mai 2015 für eine Woche Mountainbike zu fahren, nur stand ich ohne Equipment da. Es wurde viel gerechnet, was sich lohnt, was sinnvoll ist. Es wurde ein Radon Slide, ein Fully. Die ersten Übungsstunden, wie kann es anders sein, gab es in Brandenburg. Dass das MTB härter zu fahren ist, wegen der breiten Reifen und dessen Profil und der Sitzposition, merkte ich vom ersten Moment an. Hannes gab mir Tipps und Tricks und bereitete mich Stück für Stück auf den Urlaub im Mai vor. Es ging nach Reit im Winkl. Ein Urlaub, der mir heute immer noch ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.

Das Mountainbike in seinem natürlichen Habitat.
Das Mountainbike in seinem natürlichen Habitat.

Auch wenn Mountainbiken dort nochmal eine ganz andere Hausnummer ist, so war es alle Kämpfe wert, die man mit sich selbst austragen musste, um über den Wolken zu stehen. Um weit ins Tal gucken zu können, um die ruhigen Momente auf dem Weg zum Gipfel und auf dem Gipfel selbst genießen zu können. Die Abfahrten waren auch hier nochmal eine ganz andere Herausforderung, das Fahrtraining zeigte seine Wirkung, auch wenn viele Schritte von mir vorsichtig waren. Man wollte ja in einem Stück wieder in der Unterkunft ankommen. So lernte ich auch, die Berge, die ich sonst auf einem Snowboard hinunterfuhr, nun auch im Sommer oder Herbst zu genießen und musste nicht immer auf das weiße Gold warten oder wandern. Im Brandenburgischen erlebte ich auch einige Stürze mit dem Mountainbike, einmal war eine Rippe wohl lädiert. Es ging auch nach Dresden und Thüringen, wo sich zeigte, dass meine Kondition nicht die schlechteste war, denn mit einem Bekannten konnte ich ohne Mühe mithalten, während dieser offensichtlich im Tunnel und nicht mehr ansprechbar war. Für mich war dies ein weiteres Aha-Erlebnis, auch wenn der Tag darauf, der Bikepark, erneut Demut lehrte, zumal ich fette Kopfschmerzen hatte (keine Sorge, dem Alkohol habe ich bereits lange davor abgeschworen).

Die Tage wurden kürzer und dennoch trieb es mich regelmäßig aufs Rad. Es entwickelte sich eine Trainingsroutine, man spielte sich ein und richtete seinen Wochenablauf danach. Das Equipment wurde immer umfangreicher, bis man selbst spätabends noch Runden drehen konnte. Es half auch hier wieder den Kopf frei zu bekommen. Hier und da wurden neue Eindrücke gewonnen, die man festhalten konnte. Wer sonst sitzt schon abends um 7:30 auf dem Rennrad und fährt in die Abenddämmerung?

Specialized anyone
Specialized in der Abenddämmerung

Die Monate gingen ins Land, der erste Winter ohne viel Schnee, dafür mit vielen Tagen auf den genoppten Reifen, Regenschauern, die einen durchnässten noch und nöcher, mit kalten Fingern und Zehen, mit Momenten, bei denen ich glaubte nicht mehr in den eigenen vier Wänden ankommen zu können. Hannes hat einen aber immer wieder aufgebaut oder zumindest solange getrieben, bis man dann doch vor der Haustüre stand und sich nach dem Bad sehnte. Natürlich gab es auch die schönen Momente, Sonnenuntergänge, neue Routen, neue Leute und ein paar KOMs auf Strava.

Bärenbrück, immer wieder
Bärenbrück, immer wieder

Nun, dieses Jahr, 2016, war zwar auch Ereignisreich, aber auf anderer Ebene. Zum ersten Mal stand ein Radmarathon auf dem Plan, der Spreewaldmarathon. Hier war uns Petrus nicht wohlgesonnen, es gab viel Regen und Gegenwind. Ohne Hannes und andere Freunde wäre die Aktion wohl irgendwann gescheitert. Dennoch wurde bis zum Ende durchgehalten.

Spreewaldmarathon 2016
Spreewaldmarathon 2016

Für Hannes ging es in die USA, für mich ging es, aus privaten Gründen, öfters nach München, ihr wisst schon, meine Lieblingsstadt. Dort brach ich mir auch den Zeh so unglücklich, dass ich fünf Wochen auf jegliches Radfahren verzichten musste. Eine ziemlich blöde Situation: das Fahrrad vor Augen, davor der Kaputte und genähte Zeh, Schmerzen und man konnte nichts machen. Es war vielleicht auch gut so.

2016, das kann ja nichts werden
2016, das kann ja nichts werden

Die Kondition war zwar hin, aber dennoch. Wieder auf dem Rad zu sein, das half den Frust abzubauen. Zwar schmerzte der Zeh nach einiger Zeit auf dem Sattel wieder, aber er ließ sich überwinden. Da man wusste, wo man war und wie weit man von der Haustür weg war. Wieder in München war ich so intelligent mir nicht noch irgendetwas zu brechen. Die Stadt (zumindest der

Wieder auf dem Rad, mit gebrochenem Zeh.
Wieder auf dem Rad, mit gebrochenem Zeh.

Westen), war nicht so nett und freundlich zu Rennradlern. Der Verkehr war hektisch, die Radwege waren, wie immer in fast allen Großstädten, eine Katastrophe. Dennoch war es interessant, für mich neues Terrain zu befahren. Nichtsdestotrotz mochte und mag ich diese Stadt und den Flair, den sie abseits der großen Touristenmassen, versprüht, sehr. Wieder in der Lausitz, passierten Dinge, die nicht auf der Agenda standen. Dennoch, die Konstante „Gummi auf Asphalt und Staub“  gaben die Richtung vor. Es nordete mich wieder ein, die Kondition wuchs wieder und man war auf einem Stand, auf dem man sich wohlfühlt.

Heute, tja heute gibt es einen festen Plan. Sei es auf der Rolle, auf dem Mountainbike oder auf dem Renner an der frischen Luft. Man sieht einzigartiges, erlebt viel, treibt das Gefährt unter einem mit eigener Kraft an und vollbringt Dinge, die ein oder zwei Jahre zuvor unmöglich schienen. Der Traum, mit dem Fahrrad die Küste Eurasiens abzufahren ist nicht gestorben, auch wenn das mit einer Zöliakie eine große Herausforderung wird.

img_3568
Focus Cayo Disc, DAS Fahrrad

MTB in Dresden #1: Pesterwitz

Hurra! Ein neuer Bikepark soll entstehen! Und das auch noch direkt auf unserer Dresdner MTB-Hausrunde. Dass es hier richtig Spaß macht, zeigt ein zweites kleines Herbst Edit von einer Abfahrt in der Region mit Benni Cruz alias Santa Ben:

Wir freuen uns, wenn die Radszene wächst – besonders wenn Wege zu öffentlichen Diskussionen und legalen Strecken gefunden werden. Kompliment und viel Erfolg allen Beteiligten!

Link zu einem weiteren Zeitungsartikel

Link zur Stravaaktivität

Zweiter Test des SRM-Powermeters mit Andreas

Da wir uns nach der ersten Vergleichsmessung des SRM mit dem Tacx Neo noch nicht schlüssig waren, ob die Werte des SRM denn nun stimmen oder doch etwa 20 Watt zu hoch sind, folgte nun ein Test mit einem anderen SRM-Powermeter. Ziel war die Strecke Kolkwitz-Vetschau-Kolkwitz zwei Mal nebeneinander unter ähnlichen Bedingungen zu fahren und die Räder zu tauschen. Neben der Aufzeichnung mit den Garmin Edge-Geräten, wurden die Testfahrten parallel mit jeweils einem SRM Powercontrol aufgezeichnet. Beide SRM-Powermeter kommen frisch aus dem Service. Der Tausch der Räder erfolgte dann auch inkl. der Headunits, lediglich die Brustgurte zur Herzfrequenzmessung wurden neu gekoppelt.

Die Testräder

Testrad #1

Das Canyon F10 aus 2008 mit einer etwas aerodynamischeren Sitzposition durch einen längeren Vorbau.

  • Garmin Edge 520
  • SRM Powercontrol 6
  • Testrad #2

    Ein Canyon F10 CF SLX mit einer leicht aufrechteren Sitzposition.

  • Garmin Edge 1000
  • SRM Powercontrol 7
  • Die Fahrer

    Andreas ist etwa 188cm groß und etwa 77kg schwer, ich bin 190cm und wiege aktuell 78,5kg.

    Was ist zu erwarten?

    Ich sollte die gleiche oder nur geringfügig mehr Leistung benötigen als Andreas. Berücksichtigt man die Aerodynamik der Räder, sollte die Leistung auf dem Canyon F10 etwas geringer ausfallen.

    Die Bedingungen

    Leider hatten wir für die beiden Testfahrten doch sehr unterschiedliche Wetterbedingungen, sodass die Fahrten schließlich nicht direkt miteinander vergleichbar sind.

    Erste Fahrt
    6,1°C Partly Cloudy
    Gefühlte Temperatur: 1,7°C
    Wind: 24 km/h, NW
    Luftfeuchtigkeit: 75 %

    Link zur Aktivität auf Strava

    Zweite Fahrt
    6,1°C Partly Cloudy
    Gefühlte Temperatur: 2,2°C
    Wind: 19 km/h, NW
    Luftfeuchtigkeit: 65 %

    Link zur Aktivität auf Strava

    Die Ergebnisse

    Messergebnisse
    Messergebnisse

    Auffallend ist hier zuerst die leichte Abweichung zwischen den SRM Powercontrol und den Garmin Edge-Headunits. In beiden Kombinationen liegen die Garmin Edge ein bis zwei Watt über den SRM-Powercontrol. Außerdem ist die Durchschnittsleistung bei der ersten Testfahrt deutlich abweichend. Der Grund dafür ist wohl eine kurze Zwangspause am Bahnübergang in Vetschau.

    Auswertung

    Andreas benötigte während der ersten Testfahrt auf dem Canyon F10 CF SLX 11 Watt weniger Leistung als ich auf dem Canyon F10. Die zweite Testfahrt ließ also zu erwarten, dass ich nochmal deutlich mehr Leistung für das weniger aerodynamische Canyon F10 CF SLX brauchen werde. Traut man der Messung, waren es dann auch 38 Watt Differenz zu Andreas auf dem Canyon F10.

    Zwischen dem Garmin Edge und dem SRM Powercontrol liegt bei unserem Test keine nennenswerte Abweichung bei der Aufzeichnung der Leistungsdaten vor (1 bis 2 Watt).

    Andreas hat für beide Fahrten eine annähernd gleiche Durchschnittsleistung von 261 bzw. 266 Watt bei gleicher durchschnittlicher Herzfrequenz, was für eine identische Leistungsmessung beider SRM-Powermeter sprechen würde. Auch die Durchschnittsleistung von 266 Watt und eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 35,0 km/h ist unter den gegebenen Bedingungen plausibel (vgl. kreuzotter.de/deutsch/speed.htm)

    Die Abweichungen zwischen uns scheinen aber wieder recht hoch zu sein, sind wir doch von unserer Statur her sehr ähnlich. Eine mögliche Erklärung wäre der Wind aus NW.

    Bleibt wohl nur noch der Test mit einem Anstieg, den wir hier in unserer Region leider nicht haben. Unter wolfgang-menn.de (Radfahren -> Bergauffahren) findet man ein Tool, dass die für einen Anstieg benötigte Leistung recht exakt berechnet.

    Basteln #1: Anschlusskabel für den SRM Powercontrol 6

    Heute kurzer Bastelnachmittag: Das Kabel für den SRM Powercontrol 6 wurde von einem Schwein angeknabbert! Da ich ein solches Kabel nicht auf Lager habe, musste der Lötkolben herhalten. Das Ergebnis zählt, der Powercontrol hat wieder Saft.

    Garmin Fenix Chronos #1: Erster Eindruck

    Äußerlichkeiten

    Gestern konnte ich also die Garmin Fenix Chronos auspacken und in Betrieb nehmen. Normalerweise schmeiße ich die Verpackung weg, bei dieser Holzkiste werde ich wohl eine Ausnahme machen. Neben der Verpackung macht auch die Uhr einen hochwertigen Eindruck, ja fast zu schade, um sie tatsächlich bei sportlichen Aktivitäten zu nutzen. Sie wirkt mit ihren 49 x 49 x 15.0 mm nicht so riesig wie die Fenix 3. Und vielleicht ist die Uhr doch für Trainingszwecke geeignet, denn das Lederarmband kann schnell und ohne Werkzeug gegen das beiliegende Silikonarmband getauscht werden.

    Aufladen, Einschalten und…

    …auch das Farbdisplay macht mit seinen 218 x 218 Pixeln einen sehr guten Eindruck. Es ist bei Helligkeit und Sonnenschein besonders gut ablesbar. Die Bedienung ist mit den 5 Tasten absolut intuitiv und nach kurzer Zeit hatte ich mich durch alle Menüs gedrückt. Die Uhr ist angenehm zu tragen.

    Einrichtung

    Bei der Kopplung mit dem Telefon/Tablet gab es dann doch Schwierigkeiten. Es scheiterte stets bei der ersten Synchronisation beim Download von Daten: Serverfehler 500. Egal mit welchem Gerät, mit welchem Netz, stets der selbe Fehler und die Kopplung wurde damit abgebrochen. Reset der Uhr, Firmwareupdate über den PC (Version 2.70), Neuinstallation der Garmin Connect App, nichts half. Nach einer Mail am späten Abend an den Garmin Support ging es ohne Rückmeldung oder weitere Änderung dann plötzlich doch noch.

    Die Anzeige der Uhr ist individuell anpassbar. Ich bevorzuge die Uhrzeit in digitaler Form. Farbe, Schriftgrößen, Zusatzinformationen und Seiten (Widgets) sind konfigurierbar. Außerdem sind zahlreiche Spielereien mit dem Sekundenzeiger möglich.

    Betrieb und Garmin True-Up

    Die neue True-Up Funktionalität, die verschiedene Garmin Fitnesstracker synchronisiert, funktioniert zwischen der Vivosmart HR und der Chronos schnell und ohne weitere Einrichtung. Die Kopplung beider Geräte mit dem Smartphone reicht dazu aus. Puls, Schritte, gestiegene Stockwerke und weitere Trackingdaten werden so automatisch zwischen den Geräten abgeglichen. Die Pulsmessung ist plausibel, die Uhrzeit korrekt. Benachrichtigungen und Wetterinformationen werden problemlos angezeigt. Nicht unangenehm ist der leichte Vibrationsalarm, den in einer Besprechung auch niemand sonst wahrnehmen dürfte.

    Trainingsfunktionen

    Mit einem Tastendruck auf die obere, rechte Taste erscheinen die Trainingsfunktionen. Folgende sind hier auswählbar:

  • Trail Run
  • Laufen
  • Indoor Lauf
  • Radfahren
  • Indoor Rad
  • Schwimmbad
  • Freiwasserschwimmen
  • Stand-Up-Paddeling
  • Rudern
  • Indoor-Rudern
  • Triathlon (Multisport: Schwimmen -> Übergang -> Radfahren -> Übergang -> Laufen)
  • (Telefon suchen)
  • Golfspielen
  • Langlauf
  • Ski/Snowboarden
  • Bergsteigen
  • Wandern
  • Für die GPS-Suche brauchte die Garmin Fenix Chronos beim ersten Versuch im Freien ca. 20 Sekunden.

    Persönliches Fazit

    Eine sehr schöne Uhr, die zu meinem Stil passt. Sie ergänzt die Vivosmart HR, die ich vorwiegend im Alltag, in der Nacht und beim Training auf dem Rad trage. Die Synchronisation der Fitness-Daten mit True-Up funktioniert sauber. Bislang bin ich überzeugt und ich bin gespannt, wie sich die Garmin Fenix Chronos in der nächsten Zeit und im Training verhalten wird.

    MTB in Chemnitz #1: Zeisigwald

    Ab in die Garage, rauf aufs Rad und ab geht’s. Nicht eine Ampel und keine 5min Fahrt trennen mich und feinster Mountainbike Spaß, wenn ich bei meinen lieben fast Schwiegereltern in Chemnitz untergebracht bin.

    Der Zeisigwald liegt sozusagen direkt vor der Haustür – und wie oft habe ich eine große Entdeckungstour Richtung Augustusburg oder Zschopau gestartet und bin doch „nur“ im Zeisigwald hängen geblieben?! Hier kreuzt sich ein Singletrail mit dem nächsten und obwohl der Fuchsberg und Beutenberg eher Hügel als alles andere sind (ca. 40 hm), lohnt sich jeder wiederholter Abstecher.

    Grund sind die immer flowigen und irgendwie doch abwechslungsreichen Trails:

    • Mount Fox Trail (zunächst ein bisschen lose und steil, dann treten und durch Bäume und Bodenwellen schlängeln)
    • Mount Fox Downhill (kürzester und steilster Weg nach unten direkt am Steinbruch)
    • Beutenberg Trail (mein Favorit: flowig, schmal, lang und am Ende mit sehr naturnahen Anliegern und Bodenwellen „ausgebaut“)
    • Pizza Trail (Mini-Jumpline die wirklich Spaß macht! Danach wieder ordentlich treten)
    • Soldatentrail (KOM-Jagd mit dem XC Bike)

    Aber eigentlich ist jeder Verbindungsweg ein eigener Trail, so dass jeder Meter einem ein Grinsen ins Gesicht zaubern lässt. Und einen schönen Aussichtspunkt gibt es auch noch: Die Spitze des Fuchsbergs bietet ein verstecktes Minipanorama von Chemnitz.

    Lange Rede kurzer Sinn: Hier macht das Biken Spaß. Doch seht einfach selbst – ein kurzes Herbst Edit vom Lieblingsabschnitt des Beutenberg Trails:

    Link zur Strava Aktivität

     

    PS: Ich bin gespannt, wann ich dann doch mal über die Grenzen des Zeisigwaldes hinauskomme. Habe das Gefühl, auch das wird sich lohnen. Ich werde berichten!

    Blog-Eröffnung

    Hallo zusammen,

    Radfahren ist nun für mich schon etwas ganz Besonderes. So besonders, dass ich nun hier auf diesen Seiten ein paar Erfahrungen teilen werde. Neben eigenen Texten wird es vielleicht auch den ein oder anderen Gastbeitrag geben. Die folgenden Schwerpunkte sind gesetzt und werden bei Bedarf sicher ergänzt:

    Leben
    Über das Leben auf und mit dem Rad.

    Fahrräder
    Alles rund ums ganze Rad.

    Technik
    Beleuchtung, Puls- und Leistungsmesser, Fahrradcomputer, Schaltung, was auch immer…

    Ernährung

    Training
    Trainingsplan und -auswertung.

    Rennen
    Rennberichte und Ergebnisse.

    Touren
    Besondere Touren, sagen wir „Sonntagsausfahrten“ und Reisen.

    Zumindest die Seite gibt es nun schon und erste Inhalte werden kurzfristig folgen. Wer mich auf Strava besuchen möchte, kann dies gern tun.

    Noch ein paar Infos zu mir gibt es hier.

    Viele Grüße!

    Hannes

    Renntandem: Duratec Big Bang R9 2016

    Trotz Nässe und 8°C zog es uns heute auf unser neues Renntandem, einem 2016er Duratec Big Bang R9, das wir vor ein paar Wochen direkt beim Hersteller vor Ort in Tschechien abgeholt haben. Auch das war schon ein sehr schönes Erlebnis, die erste Runde nun war aber natürlich etwas ganz Besonderes. Andreas hat als Pilot auf den ersten einhundert Kilometern ganze Arbeit geleistet, wobei ich als Stoker bei geschlossenen Augen „nur“ treten musste. Nach anfänglichen Unsicherheiten ging es mit jeder Kurbelumdrehung etwas besser und schließlich kamen wir auf dem zumindest hügeligen Kurs sogar noch auf einen 40er Schnitt. Es ist schon ein irres Gefühl, läuft aber keines Falls von allein. Als Hintermann auf einem Renntandem kann ich sagen, man muss ganz schön locker bleiben und zu 100% dem Piloten vertrauen.

    Link zur Aktivität auf Strava

    Vergleichstest Leistungsmessung SRM und Tacx Neo

    Nach einer doch wieder kurzen Nacht kam der Tag heute etwas durcheinander. Trotz des schönen Wetters ging es in den Keller auf die Rolle, um den SRM mit dem Tacx Neo zu vergleichen. Primär ging es aber nicht um die Leistungsmessung des Tacx Neo, sondern um die Werte des SRM, die in der Vergangenheit etwas zu hoch erschienen.

    Es war warm, zu warm, aber zu einem ersten Ergebnis bin ich nach gut einer Stunde dennoch gekommen: Die gedachte Abweichung (SRM Messung zu hoch) ist hier nicht zu beobachten.

    Ergebnisse im Vergleich Tacx Neo und SRM Leistungsmessung
    Ergebnisse der Leistungsmessung im Vergleich: Tacx Neo und SRM

    Im Schnitt liegen die Ergebnisse 7 Watt auseinander, was ich primär auf den Antrieb zurückführen würde. Die Werte des SRM, der die Leistung in der Kurbel misst, liegen stets etwas über dem Tacx Neo. Getestet wurde mit zwei Garmin Edge 520. Ein Edge gekoppelt mit dem Tacx Neo, an dem anderen der SRM.

    Link zur Aktivität auf Strava